Vom Simonswälder Tal nach Sankt Märgen

Los ging es am frühen Morgen des 3. Juli 2016.
Es trafen sich 11 Wanderfreunde für die Wandertour im Südschwarzwald. Nach dem Kauf der restlichen Fahrkarten begann die mehrstündige Anfahrt über Offenburg, Denzlingen (Kaffeepause) und Bleibach im Elztal nach Obersimonswald. Beim ehemaligen Gasthaus Sternen starteten wir - bei angenehmen Temperaturen und heiter bis wolkigem Himmel - unsere Tour. Auf verwunschenen und abenteuerlichen Pfaden ging es zuerst hinab in das Tal der Wilden Gutach mit viel Wasser und auch Matsch.

zulauf wilde gutach


Trotz fehlender Wegmarkierung erreichten wir dann die andere Talseite mit den Haldenhof bzw. der Haldenmühle. Vorbei am im Talkessel liegenden Haldenschwarzhof erreichten wir kurze Zeit später einen Brunnen mit
erfrischendem und wohlschmeckenden Wasser - hinter uns die schöne Aussicht auf das Simonswälder Tal. Nun begann der beschwerliche Teil der Tour - der fast 400 Höhenmeter Aufstieg hinauf zur Platte, einer Hochebene
südlich des Kandels. Eine erste Vesper - und Verschnaufpause legten wir am Bruggerhof ein.
Weiter ging es dann stets bergauf über die Wasserläufe des Hirschbachs zum ehemaligen Brunnenhof. Es sind dort nur noch Reste der Grundmauern zu erkennen. Interessant ist aber die kleine Kapelle, die alle Religionen anspricht: so gibt es eine tibetische Gebetsfahne, ein muslimischer Gebetsteppich, ein jüdischer siebenarmige Leuchter, eine Bibel, eine orthodoxe Ikone und ein Bild
einer indianischen Gottheit. Sehr schön! Beeindruckend war auch das Schauspiel der sprudelnden Quelle. Von Ferne hörte man dann das Tosen: der Höhepunkt der Tour nahte: die Zwerbachwasserfälle.

zweribach wasserfall

Ein beeindruckendes Naturschauspiel - vor allem wenn es zurvor viel geregnet hat. Über drei Stufen (8 m, 3 m und 15 m) schiesst das Wasser über die Felsen aus Gneis ins Tal. Wie gebannt standen alle vor diesem Wunder der Natur!
Doch es musste weiter gehen. Und weiter bergauf bis sich der Wald lichtete und uns eine Herde Kühe begrüßte. Die Platte mit ihren verstreuten Bauernhöfen war erreicht. Neben den Höfen gibt es dort oben auch 9 (!) Windkraftanlagen, die von den Gemeinden Simonswald und St. Peter betrieben werden und einen Großteil des benötigten Stroms erzeugen. Entgegen der oft gehörten Meinung machten die Maschinen so gut wie keinen Lärm und die Teilnehmer empfanden die Anlagen auch nicht als störend. Wenig später erreichten wir den Plattenhof - einem am Wochenende gut besuchten Gasthof. Dort machten wir eine Stunde Pause, um Kräfte zu sammeln. Weiter ging es dann immer noch ein wenig ansteigend vorbei am "Roten Bildstock" und den Hirschbachquellen zum "Roten Kreuz" und der Kapfenkapelle (1028 m üNN). Dort oben hat man ein 180 Grad Panorama über die Höhen des Südschwarzwalds (Herzogenhorn, Feldberg, Schauinsland) und des Glottertals. Bei günstigen Wetterbedingung könnte man von dort auch die Alpen erblicken. Von nun an ging es stets bergab und bald war auch das markante Ziel unserer Tour zu sehen: die Doppeltürme der Klosterkirche von Sankt Märgen. Noch ein paar hundert Meter auf Asphalt - dann waren wir am Ziel.
Da bis zur Rückfahrt noch etwas Zeit war konnte man noch einen Kaffee trinken oder aber die barocke und sehenswerte Wallfahrtskirche besichtigen. Glücklicherweise haben wir zum Schluss auch noch den Klostergarten entdeckt - mit einer großen Anzahl von wohlriechenden Küchen- und Heilkräutern.

klostergarten

Trotz Verspätung von Bus und Bahn in St. Märgen und Kirchzarten hat die Rückfahrt doch noch gut geklappt,
so dass alle glücklich mit vielen hoffentlich bleibenden Eindrücken zu Hause angekommen sind.