Unsere Führung nahm uns mit auf eine Reise durch die Jahrhunderte: von frühen Siedlungsspuren über römische Hinterlassenschaften bis hin zum Mittelalter, in dem Rastatt wegen häufiger Überschwemmungen lange Zeit nur eine untergeordnete Rolle spielte. Einen entscheidenden Aufschwung erlebte die Stadt ab 1697, als Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden das barocke Residenzschloss errichten ließ. Mit dem Frieden von Rastatt im Jahr 1714 rückte die Stadt sogar in den Fokus der europäischen Geschichte. Auch die Ereignisse der badischen Revolution von 1848/49 wurden anschaulich erläutert und hinterließen bei vielen einen bleibenden Eindruck.
Ein besonderer Blickfang war das imposante Residenzschloss, das wir von außen besichtigten. Die großzügige Anlage und die an Versailles orientierte Architektur vermittelten einen guten Eindruck vom barocken Repräsentationsanspruch. Der angrenzende Schlossgarten, heute ein beliebter Volkspark, bot Gelegenheit für kurze Pausen und Gespräche. Weitere Stationen unseres Rundgangs waren die Schlosskirche als ehemalige Hof- und Grablege sowie die St.-Bernhardus-Kirche. Auch das Rathaus, die Stadtkirche St. Alexander, die Fruchthalle und mehrere Brunnen machten die bürgerliche und kulturelle Tradition der Stadt sichtbar.
Am Nachmittag stand schließlich die Führung durch die Kasematten der ehemaligen Bundesfestung auf dem Programm. Besonders eindrucksvoll waren die Schilderungen zur Bauweise der Festung sowie zum Schicksal der Freiheitskämpfer, die hier während der Revolution inhaftiert und hingerichtet wurden. Auch interessante Details zur Logistik des Festungsbaus, etwa zum Transport der Baumaterialien, sorgten für Aufmerksamkeit.
Der Ausflug nach Rastatt zeigte eindrucksvoll, wie spannend Stadtgeschichte sein kann, wenn man sie gemeinsam entdeckt. Mit vielen neuen Eindrücken und netten Gesprächen im Gepäck traten wir am Ende eines gelungenen Tages die Heimreise an.


